Oft kleben kurze Wörter im Gedächtnis der Lese­rinnen und Leser: Knappe, greif­bare Begriffe sind leichter als viele beliebte Wortun­ge­heuer zu verstehen. Zum Beispiel vermit­telt »Qualm« ein Bild, während »Rauch­ent­wick­lung« büro­kra­tisch klingt und die Vorstel­lungs­kraft austrocknet. Durch nichts­sa­gende Ausdrücke wird ein Text lang­weilig und schwer verständ­lich. Aller­dings ist auf korrekte Defi­ni­tionen zu achten: So gilt »Strom« nicht zwangs­läufig als »elek­tri­scher Strom« und trifft keines­wegs den abwei­chenden Sinn von »Ener­gie­ver­brauch«, selbst wenn »Strom« auf den ersten Blick ange­nehmer zu lesen ist.

Ein Zähl­ap­pell lohnt für den gesamten Text­aufbau: Bei langen Sätzen geht schnell die Über­sicht verloren, vor allem wenn sich der Sinn in Schach­tel­sätzen versteckt. Nach einer alten Faust­regel für Jour­na­listen genügen maximal zehn bis 20 Wörter pro Satz. Ande­rer­seits gelingen Artikel selten, wenn sich Autoren an sprach­liche Rezepte klam­mern: Ein Meister der Text­küche sollte durchaus die Menge der leckeren Zutaten bei der jour­na­lis­ti­schen Zube­rei­tung gefühl­voll vari­ieren.

Greif­bar­keit

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